
Matthias
Grimme
(Drachenmann)
mal wieder ist ein ganzes Jahr herumgegangen. Das alte Jahr hat einige Veränderungen auf diesen Seiten gebracht, das sieht man schon an dem schönen neuen Bild von mir. Benutzerfreundlicher, Spannender, noch bizarrer und geiler. Sadorado bietet eben mehr als nur ab und an etwas Neues: Fast täglich etwas Neues an Bildern, Filmen, Texten und das in immer besserer Qualität. Was will man mehr, wenn man das SM-Herz am rechten Fleck hat?
Ich hoffe, die Weihnachts-Deko-Tipps der letzten Kolumne, haben nirgendwo im trauten Kreis der Lieben zu Missstimmungen geführt und auch sonst sollte jetzt der Zwang zu festlicher Stimmung und zu schweren Mahlzeiten (der Schweinebraten mit Kraut und Klößen war zwar lecker, aber eben doch nicht gerade sexualitätsfördernd, da das Blut mit der Verdauung beschäftigt war) überstanden sein.
Okay, heute am 1. Januar quält man seinen Liebsten nicht, denn der ist selbst schon so gequält vom letzten Glas Sekt und den unweigerlichen Folgen eines Katers. Aber wer weiß, es gab ja in Hamburg und den anderen großen deutschen Städten jede Menge Möglichkeiten Sylvester und das neue Jahr unter Gleichgesinnten zu feiern. Da ist der Alkohol-Pegel meist nicht so hoch, denn jeder weiß, am besten quält es sich mit klarem Kopf und auch wenn durch einen erhöhten Alkoholpegel die Schmerzempfindlichkeit herabgesetzt ist, so würde ich als Aktiver meinem passiven Partner nicht erlauben, vor der ersten Session im neuen Jahr all zu sehr dem Alkohol zuzusprechen.
Nein, ich war auf keiner dieser Partys, denn ich genieße es ganz in Ruhe bei mir zuhause zu feiern. Das ist intimer und wenn man Lust hat auf ein kleines perverses Spielchen, kann man sicher sein, alles Wichtige schnell zur Verfügung zu haben.
Nachdem ich selbst seit fast 20 Jahren SM-Partys veranstalte, genieße ich die Abende an denen ich frei habe, besonders wenn ich weiß, ein paar Tage später (nämlich am 4.1.) findet meine Party ein weiteres Mal statt. Wie viel Arbeit da drin steckt, habe ich ja schon mal in einer meiner Kolumnen erzählt.
Ansonsten freue ich mich auf das neue Jahr, denn ich habe schon jetzt ein paar recht spannende Termine in meinem Auftritts-Kalender: Frankfurt - Tattoo-Convention, Berlin - alternatives Kulturprojekt, Ruhrgebiet - Fetisch- und SM-Messe, Leipzig - Wave Gothic Treffen, München - Boundcon, die Bondage-Messe. Ziemlich spannend finde ich die Entwicklung der letzten Jahre, die dazu geführt hat, dass Bondage immer mehr Interessenten findet. Die Lust seinen Partner zu fesseln, scheint endlich ihr Schatten-Dasein verlassen zu haben.
Nicht nur auf Sadorado nimmt dieses Thema großen Raum ein, sondern auch draußen finden sich immer mehr Leute zu Bondage-Gruppen und -Stammtischen zusammen. Die Leute wollen inzwischen mehr, als nur zu lernen, wie man den Partner dekorativ am Bett festbindet. Es reizt die Bondage-Leute die Möglichkeit, in einem Workshop gezeigt zu bekommen, wie man den Partner gefahrlos und dennoch effektiv hinhängen kann. Und die Zeit, als es egal war, wie die Bondage aussah, solange sie hielt, scheint auch vorbei zu sein. Man achtet jetzt verstärkt auch auf die ästhetischen Aspekte der Fesselkunst. Klar geht es auch weiterhin für die meisten Interessenten um den erotischen Aspekt, aber die Reduzierung auf diesen findet zugunsten größerer Möglichkeiten und ausgefeilterer Techniken nicht mehr statt. Da wünsche ich mir nur noch, dass dieser Trend weiter anhält.
In diesem Sinne,
Matthias
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